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14.6. - 22.6.2014

ART UP YOUR LIFE
LANGE NACHT DER KULTUR

Rekordzuschläge auf Auktionen, Angelina Jolie oder Roman Abramowitsch auf der Kunstmesse in Basel. Schlagzeilenträchtig ist Kunst meist in Verbindung mit Reichen und Schönen. Mag sein, dass Kunst, Reichtum und Schönheit synonyme Begriffe sind. Es mag aber auch sein, dass hinter manch einer Meldung das Kopfschütteln eines „gesunden Menschenverstandes“ steht, angesichts des monetären Engagements für vielleicht Unverständliches, gar Hässliches, auf jeden Fall Nutzlosem. Doch wenn Kunst versus „gesunden Menschenverstand“ steht, was begründet dann den „Spleen“ der „Eliten“? Sind es Gefühle, Leidenschaft, Irritation, Reflexion, Unvernunft oder „nur“ Lifestyle? Wie immer Sie die Frage beantworten, „normal“ ist ein Leben mit Kunst scheinbar nicht.
Im Rahmen von ART UP YOUR LIFE bietet der Kunstverein dennoch einen Einstieg in dieses Leben in Reichtum, Schönheit oder Unvernunft. Im Foyer des Kunstmuseums präsentiert er Werke von fünf Künstlerinnen und Künstlern in einem Conzept Store, der zwischen Künstlerförderung, Gruppenausstellung und Museumsshop angesiedelt ist. Ob Flaneur, Kunstliebhaber, Kritiker, Mäzen oder Investor, jeder kann auf seine Weise an diesem Abend am glamourösen Kunstbetrieb teilhaben. Und als Besonderheit haben die Künstlerinnen Damaris Kerkhoff, Franziska Keller, Marina Schulze, Sibylle Springer und der Künstler Robert Vellekoop jeweils eigens für diese Ausstellung ein grafisches Blatt angefertigt, dass als Einstieg in die eigene Kunstsammlung günstig erworben werden kann.
Der Kunstverein Bremerhaven knüpft mit dieser Aktion übrigens kunstgeschichtlich an eine demokratische Tradition aus der Gründungsphase der deutschen Kunstvereine an, ebenso wie an die ebenfalls demokratisch orientierte Kunst der 1970er Jahre. Denn die Kunstvereine hatten sich im 19. Jahrhundert unter anderem die Aufgabe gestellt, den privaten Genuss von Kunst, der bis dahin den Eliten vorbehalten war, durch die Herausgabe kostengünstiger Grafiken einem größeren Teil der Bevölkerung zugänglich zu machen. Rund 100 Jahre später griffen Künstler in der Nachfolge der so genannten 68er diese Zielsetzung erneut auf. Beispiele wie das Mao Plakat von Gerhard Richter, die Editionen von Palermo oder Franz Erhardt Walther und die Holzkiste „Intuition“ von Joseph Beuys zeugen heute in der Ausstellung des Kunstmuseum von diesem idealistischen Ansatz.