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LUZIE MEYER »Cyclic Indirections«

18.09. - 04.12.2022

Sich-Orientieren heißt „Wie von hier aus weitergehen?“ und stellt damit ein Moment dar, von dem aus sich Leben und Welt entfaltet, von dem aus Richtungen aufscheinen, die wir einschlagen oder eben auch nicht einschlagen können. Orientierungen sind dabei immer in Kontexte eingebettet, verdanken sich einem Verwoben-Sein in Gesellschaft, die uns Richtungen vorgibt, Linien weist und nahelegt, welche Pfade wir gehen, welche wir uns vorstellen und welche wir für möglich halten. Orientierungen sind also nicht „frei“, sondern von einem „Außen“ geprägt und damit von einer gewissen „Gewalt“ oder Dominanz durchdrungen. Doch „wenn Orientierungen in die Zukunft weisen, auf das, worauf wir uns zubewegen,“ wie Sara Ahmed sagt, „dann halten sie auch die Möglichkeiten offen, die Richtung zu ändern, andere Wege einzuschlagen“. Dieser Abweichung vom Vorgezeichneten geht eine Des-Orientierung voraus, ein Fremd-Werden des Vertrauten. Denn nur so ist es uns möglich, andere Blickwinkel auf die Welt einzunehmen und neue Zukünfte zu generieren. Des-Orientierung wäre dann kein Verloren-Gehen oder „Sich“-Verloren-Gehen mehr, sondern vielmehr ein Potential, eine Notwendigkeit sogar, um andere Wege einschlagen, um andere Formen finden zu können, Welt zu bewohnen. Wenn Leben Veränderung ist, sein wird und – im besten Falle – auch sein soll, dann gilt es also sich an der Des-Orientierung zu orientieren, d.h. sich selbst immer wieder neu zu desorientieren.
 
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Event-Weekend

Anlässlich der Ausstellung Luzie Meyer "Cyclic Indirections"

Im Rahmen der Ausstellung Cyclic Indirections von Luzie Meyer laden wir Sie herzlich in die Kunsthalle Bremerhaven ein. 

Samstag, 03.12.2022
18 Uhr: Readings und Performances von Erika Landström, Theresa Patzschke und Sanna Helena Berger

Sonntag, 04.12.2022
12 Uhr: Listening Group zusammengestellt von Luzie Meyer
14 Uhr: Artist talk mit Luzie Meyer



Erika Landström ist Künstlerin und Autorin. Sie ist Absolventin der Städelschule in Frankfurt am Main und des Independent Study Programs des Whitney Museums of American Art in New York. Ihre Arbeiten wurden in Einzel- und Gruppenausstellungen international gezeigt. Ihre Texte reichen von Poesie bis zu Kritik.

Theresa Patzschke ist Autorin und Musikerin. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Sanna Helena Berger ist eine in Berlin lebende und arbeitende Künstlerin. Sie arbeitet mit Performance und Installation, Text und Skulptur. Bergers Kunst richtet sich gegen die Kommodifizierung von Künstler*innen und deren steigenden und fallenden Marktwerte, die mit der Konstruktion einer künstlerischen Persönlichkeit in einer nicht mehr existierenden Ökonomie der Präsenz in Beziehung stehen. Ihre monologischen Live-Performances erzählen von der Situation, in der wir ihr Werk und uns selbst durch ihr Werk erleben.

Luzie Meyer ist eine interdisziplinäre Künstlerin, Autorin und Übersetzerin. Ihre Videos, Soundarbeiten, fotografischen Installationen und Performances wurden international präsentiert, u.a. in der Kunsthalle Bremerhaven, im Istituto Svizzero, Rom, bei Sweetwater, Berlin, im Kölnischen Kunstverein, in der Pogo Bar, Berlin, in der FRI ART Kunsthalle, Fribourg, bei Fanta, Mailand, im Tarsia, Napoli, bei Efremidis, Berlin, bei Bel Ami Los Angeles, in den KW Institute for Contemporary Arts, Berlin. Im Rahmen des DiGitaL Pre-Doctoral Fellowship Program hatte sie von 2020 bis 2021 einen Lehrauftrag an der KH Weißensee Berlin, wo sie die Seminarreihe "Situierte Feminismen" leitete.

Mit Glühwein, Waffeln und alkoholfreiem Punsch.
Der Eintritt ist frei.

 

 

Filmprogramm: "DETOURING WITH TRACTION": MARIAH GARNETT

PERIPHERIE #1

Samstag, 12.11.2022
17 Uhr Uhr, MuseumsKino, Historisches Museum Bremerhaven


Peripherie #1: Detouring with Traction: MARIAH GARNETT

Peripherie ist eine Veranstaltungs-, Recherche- und Ausstellungsreihe, die sich über die nächsten Jahre erstrecken und dem Phänomen des „Peripheren“ widmen wird. Das Programm beginnt mit der Filmreihe Detouring with Traction. Ausgangspunkt der Filmreihe, die in fünf Teilen als Kooperation mit dem Kino des Historischen Museum gezeigt wird, ist der Zusammenhang von Peripherie und Perspektive. Welche Perspektiven lassen sich auf Randbereiche und vermeintlich klare Trennlinien zwischen Peripherie und Zentrum werfen? Und wie sind Fragen nach Formen des Zusammenlebens, der Konstruktion und Beschaffenheit von Erzählungen, Körpern oder Identitäten damit verbunden?
 
Im zweiten Teil der Filmreihe werden drei Arbeiten von Mariah Garnett gezeigt – Picaresques, Full Burn und Encounters I May Or May Not Have Had With Peter Berlin. Die Künstlerin stellt in ihren Filmen und Videos binäre Vorstellungen von Gender, Erzählstrukturen, Alter, Zeit und Geschichte in Frage und arbeitet mit der Verwebung von fiktionalem und nicht-fiktionalem Material. Dabei löst sie konventionelle Genres auf und bricht mit traditionellen Hierarchien zwischen Filmenden und Gefilmten.

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GESPRÄCH ZU DEN ARBEITEN VON LUZIE MEYER

Im Rahmen der Ausstellung »Cyclic Indirections« von Luzie Meyer

Dienstag, 01.11.2022
18 Uhr, Kunsthalle Bremerhaven

Mit Kathrin Bentele und Stefanie Kleefeld

Kathrin Bentele ist Kuratorin und Autorin und seit Oktober 2021 die Direktorin des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf. Von 2019 bis 2021 war sie Assistenzkuratorin an den KW Institute for Contemporary Art Berlin. Zuvor war sie Curatorial Fellow bei Artists Space in New York, Assistenzkuratorin am Kunsthaus Glarus in der Schweiz sowie Redakteurin beim Kunstbuchverlag JRP Ringier in Zürich. Sie schreibt für Texte zur Kunst, Artforum und Mousse.

 

Filmprogramm: "DETOURING WITH TRACTION"

PERIPHERIE #1

Samstag, 22.10. 2022
17 Uhr und 19.30 Uhr, MuseumsKino, Historisches Museum Bremerhaven

Im Rahmen der Veranstaltungs-, Recherche- und Ausstellungsreihe  Peripherie

Peripherie #1: Detouring with Traction

Der Zusammenhang von Peripherie und Perspektive bildet den Ausgangpunkt für die Filmreihe, die in fünf Teilen als Kooperation mit dem Kino des Historischen Museum gezeigt wird.

Welche Perspektiven lassen sich auf Randbereiche und vermeintlich klare Trennlinien zwischen Peripherie und Zentrum werfen? Und wie sind Fragen nach Formen des Zusammenlebens, der Konstruktion und Beschaffenheit von Landschaften oder Identitäten damit verbunden?

Mit zunächst zwei Filmprogrammen zeigt Detouring with Traction Arbeiten von Mariah Garnett, Nancy Holt, Stanya Kahn, Maria Lassnig, Lukas Marxt, Marie Menken, Ulrike Müller, Eileen Myles, Sasha Pirker und Charlotte Prodger. In einem bewussten Abweichen von normativen Wegen treffen sich die Arbeitsweisen der Künstler_innen, deren Zugänge in unterschiedlichen Bereichen von Film, Poetik und Kunst liegen.

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KUNST UND COCKTAIL

Im Rahmen der Ausstellung Luzie Meyer »Cyclic Indirections«

Donnerstag, 29.09.2022

Ausstellungsrundgang: Luzie Meyer »Cyclic Indirections mit Julia Bokermann

Eintritt: regulär 10 Euro, Mitglieder 5 Euro

GESPRÄCH ZU DEN ARBEITEN VON LEDA BOURGOGNE

Im Rahmen der Ausstellung "Daphne Ahlers, Leda Bourgogne, Evelyn Plaschg, Puppies Puppies (Jade Guanaro Kuriki-Olivo)"

Freitag, 02.09.2022
18 Uhr, Kunsthalle Bremerhaven

Mit Cathrin Mayer, Leda Bourgogne und Stefanie Kleefeld

Cathrin Mayer ist derzeit Kuratorin an der HALLE FÜR KUNST Steiermark. Bis Mai 2020 war sie Kuratorin an den KW Institute für zeitgenössische Kunst in Berlin. Kürzlich kuratierte sie eine umfangreiche Einzelausstellung des estnischen Künstlers Flo Kasearu in der Tallinner Kunsthalle und die erste Einzelausstellung der kosovarischen Künstlerin Dardan Zhegrova bei FRAGILE, Berlin. Neben ihrer kuratorischen Tätigkeit unterrichtet sie regelmäßig, zuletzt u. a. an der Universität der Künste in Berlin. Sie ist Herausgeberin des Buches Wish A Dream and Dream A Wish, das im März 2021 bei Sternberg Press erschienen ist, und gehört seit kurzem zum Team von Edit, einem deutschen Literaturmagazin.

GESPRÄCH ZU DEN ARBEITEN VON PUPPIES PUPPIES (JADE GUANARO KURIKI-OLIVO)

"Daphne Ahlers, Leda Bourgogne, Evelyn Plaschg, Puppies Puppies (Jade Guanaro Kuriki-Olivo)"

Freitag, 26.08.2022
18 Uhr, Kunsthalle Bremerhaven

Mit Nikola Dietrich und Stefanie Kleefeld

Nikola Dietrich ist Kunsthistorikerin und Kuratorin und seit Juli 2018 Direktorin des Kölnischen Kunstvereins, wo sie zahlreiche Ausstellungen realisierte: u.a. mit Julien Ceccaldi, Bea Feitler, Jay Chung und Q Takeki Maeda, Tony Conrad und Genoveva Filipovic“ sowie die Ausstellung „Masculinities“ – eine Kooperation zwischen dem Bonner Kunstverein und dem Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf. Von 2008 bis 2013 war sie Chefkuratorin am Museum für Gegenwartskunst in Basel. Dort zeigte sie u. a. Überblicksausstellungen von Henrik Olesen, Hilary Llyod, Rodney Graham, Monica Bonvicini / Tom Burr, Tim Rollins & K.O.S., Robert Gober sowie die Ausstellung "Tell it to my heart. Gesammelt von Julie Ault". Zudem war sie Co-Kuratorin des Ausstellungsraums Elaine, dem Projektraum des Museums für Gegenwartskunst, der von 2011 bis 2013 existierte. Von 2004 bis 2007 war sie Kuratorin am Portikus in Frankfurt am Main, wo sie für eine Vielzahl von Ausstellungen verantwortlich war, darunter Projekte mit Francis Alys, John Baldessari, Judith Hopf, Paulina Olowska und Bonnie Camplin. Von 2003 bis 2004 war sie Kuratorin in René Blocks Kuratorenwerkstatt am Fridericianum in Kassel. Dietrich veröffentlichte zahlreiche Publikationen und ist seit 2014 Mitherausgeberin des Magazins Starship, das in Berlin erscheint.

 

GESPRÄCH ZU DEN ARBEITEN VON EVELYN PLASCHG

Im Rahmen der Ausstellung "Daphne Ahlers, Leda Bourgogne, Evelyn Plaschg, Puppies Puppies (Jade Guanaro Kuriki-Olivo)"

Montag, 29.08.2022
18 Uhr, Kunsthalle Bremerhaven

Mit Ramona Heinlein und Stefanie Kleefeld

Ramona Heinlein ist Kunsthistorikerin und Autorin und lebt in Wien. Derzeit arbeitet sie in der Publikationsabteilung der Kunsthalle Wien und ist Redakteurin des Magazins PASSE-AVANT. Zuvor war sie u.a. am MMK Frankfurt am Main sowie am Ludwig Forum Aachen tätig. Ihr Interesse liegt im Umkreisen des widerständigen Potentials von Gesten und Körpern in der Malerei und darüber hinaus. Sie hat Kunstgeschichte und Curatorial Studies an der Goethe-Universität und der Städelschule in Frankfurt am Main studiert.

GESPRÄCH ZU DEN ARBEITEN VON DAPHNE AHLERS

Im Rahmen der Ausstellung "Daphne Ahlers, Leda Bourgogne, Evelyn Plaschg, Puppies Puppies (Jade Guanaro Kuriki-Olivo)"

Freitag, 19.08.2022
18 Uhr, Kunsthalle Bremerhaven

Mit Melanie Ohnemus und Stefanie Kleefeld

Melanie Ohnemus ist Kulturwissenschaftlerin und Kunsthistorikerin. Sie lebt und arbeitet in Wien und Glarus als Kuratorin für zeitgenössische Kunst. Eine Auswahl bisheriger Ausstellungen sind „Julie Ault & Martin Beck. Installation“, Secession, Wien, 2006; „Paola Pivi. It’s a Cocktail Party“, Portikus, Frankfurt am Main, 2008; „Wade Guyton“, Portikus, Frankfurt am Main, 2008; „Nina Könnemann. Free Mumia,“ Portikus, Frankfurt am Main, 2009; „Mathias Poledna. Double Old Fashion,“ Portikus, Frankfurt am Main, 2010; „Stefan Thater. Hello Beach Girls“, HHDM, Wien, 2013; „Mathis Altmann, Bonnie Camplin, Salvo, Lucie Stahl, Amelie von Wulffen“, Galerie Meyer Kainer, Wien, 2018. Ohnemus veröffentlichte zahlreiche Publikationen und ist Autorin diverser Texte zu zeitgenössischer Kunst. Seit Juli 2021 ist sie Direktorin des Kunsthaus Glarus, Schweiz.

 

KUNST UND COCKTAIL

Im Rahmen der Ausstellung "Daphne Ahlers, Leda Bourgogne, Evelyn Plaschg, Puppies Puppies (Jade Guanaro Kuriki-Olivo)"

Donnerstag, 23. Juni 2022, 18 Uhr
Ausstellungsrundgang mit Julia Bokermann

Um Anmeldung wird gebeten bis zum 21. Juni 2022 unter info [at] kunsthalle-museum-bremerhaven [dot] de

Eintritt: regulär 10 Euro, Mitglieder 5 Euro

05.06. - 04.09.2022

"Daphne Ahlers, Leda Bourgogne, Evelyn Plaschg, Puppies Puppies (Jade Guanaro Kuriki-Olivo)"

Die Ausstellung führt vier Positionen einer jüngeren Künstler:innengeneration zusammen, die sich mit Körper, Begehren, Gender und Geschlecht beschäftigen. Die gezeigten Arbeiten erstrecken sich über die gesamte Bandbreite künstlerischer Ausdrucksformen – von Malerei über Zeichnung, Skulptur und Installation bis hin zum Ready-made.

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AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG

Hiermit laden wir Sie herzlich ein zur Ausstellung

DAPHNE AHLERS, LEDA BOURGOGNE, EVELYN PLASCHG, PUPPIES PUPPIES (JADE GUANARO KURIKI-OLIVO)

Eröffnung am Samstag, 4. Juni 2022, 18 Uhr

Finissage-Weekend

mit Performance von GUSH und Ausstellungsrundgang

mit Anna Gritz (Kuratorin, KW Berlin) und Stefanie Kleefeld (Direktorin, Kunsthalle und Kunstmuseum Bremerhaven)

Kinderclub

mit Carla Mantel

Im Rahmen der Ausstellung von Liz Craft „Do You Love Me Now?“
Anmeldung bis 27.3.2022 unter info [at] kunsthalle-museum-bremerhaven [dot] de

30.1. - 17.4.2022

Liz Craft "Do You Love Me Now?"

Liz Craft gehört zu einer Generation gegenständlicher Bildhauer*innen, die im LA der beginnenden 2000er Jahre eine anspielungsreiche, humorvolle, surreale und feministisch durchzogene Sprache entwickelt haben. In der Populär- und Gegenkultur Kaliforniens verankert weisen ihre Arbeiten oftmals psychedelische Aspekte auf und überschreiten die Grenze des Exzentrischen, Abjekten und Provokativen.

Für ihre Arbeiten bedient sich Craft unterschiedlicher Materialien – von gefundenen Objekten über Pappmaché bis hin zu Gips und Keramik. Die Motive findet sie in ihrem Alltag, ihrer Umgebung, ihren Erinnerungen, Fantasien und Träumen.

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28.11. - 16.1.2022

Aurel Dahlgrün "TIDE"

Der gebürtige Berliner Aurel Dahlgrün (*1989) ist in Schweden aufgewachsen und hat seine Jugend zeitweise in Brasilien verbracht. Er studierte von 2011 bis 2018 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Christopher Williams. 2014 erhielt er das Friedrich J.H. Schneider Stipendium, 2015 den Hogan Lovells Kunstförderpreis und 2018 den Düsseldorfer Ehrenhofpreis mit einer anschließenden Einzelausstellung im Kunstpalast Düsseldorf.

Der 31-jährige Konzeptkünstler beschäftigt sich mit Fotografie und raumgreifenden Installationen. Das Leitmotiv seiner Arbeiten ist das Wasser, dessen zeitliche und räumliche Eigenschaften er untersucht. Dahlgrüns Fotografien entstehen sowohl aus der Luft als auch unter Wasser: „Die Tauchgänge dienen oft als Inspiration. Über Wasser geht mein Blick in die Ferne, und sobald ich abtauche, ist plötzlich alles ganz nah. Das Spiel zwischen Nähe und Distanz interessiert mich“, so der Künstler.

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31.10. - 14.11.2021

Paul Spengemann "One World, One Sky"

Langeweile ist eine tödliche Gefahr. Ein Ausweg ist die Immersion ins Spektakel, die Versenkung in eine zweite Welt innerhalb der ersten. Der Reiz der Immersion beruht aber gerade nicht auf der echten Täuschung, nicht auf dem vollständigen Glauben an die Realität der zweiten Welt, sondern auf dem Wissen über die Gemachtheit des Dargebotenen. Es darf nie ganz vergessen werden, dass die Marionette an einem Faden hängt, dass da eine Maschine ist, aus der der Geist kommt. Selbst der technisch versiertesten und überzeugendsten Illusion wohnt noch ein kleiner Rest vom Willen zur bewussten Selbsttäuschung inne, vom Staunen über die eigene Fähigkeit zur imaginären Verlebendigung. Wenn die Täuschung perfekt ist, ist auch die Langeweile wieder da.

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11.9. - 24.10.2021

Peter Downsbrough "Peter Downsbrough"

Der ame­ri­ka­ni­sche Kon­zept­künst­ler und Fo­to­graf Pe­ter Downs­brough (*1940) lebt und ar­bei­tet seit 1989 in Brüs­sel. In den frü­hen 1960er Jah­ren stu­dier­te er Ar­chi­tek­tur und Kunst an der Uni­ver­si­ty of Cin­cin­na­ti und der Co­oper Uni­on in New York City, und be­such­te an­schlie­ßend ei­ni­ge Mal­stun­den in der Art Stu­dents Le­ague.

Nach dem Stu­di­um der Ar­chi­tek­tur be­gann Pe­ter Downs­brough skulp­tu­ra­le Ar­bei­ten, Ar­bei­ten auf Pa­pier, Fo­to­gra­fi­en, Fil­me, Vi­de­os, So­und­stü­cke und Künst­ler­bü­cher zu pro­du­zie­ren. Er ver­öf­fent­lich­te mehr als 75 Künst­ler­bü­cher. Downs­broughs Skulp­tu­ren und In­ter­ven­tio­nen im öf­fent­li­chen Raum be­ste­hen aus ho­ri­zon­ta­len und ver­ti­ka­len schwar­zen Bal­ken, auf denen Wor­te oder Frag­men­te von Wor­ten an­ge­ord­net sind. Da­bei un­ter­sucht er Spra­che als Me­di­um der Kunst.

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3.8. - 25.10.2021

Ricarda Roggan "Offerte"

Ausstellung im Außenraum

Ganz offensichtlich und zugleich ganz selbstverständlich, ja nahezu beiläufig, präsentiert der Kunstverein Bremerhaven von 1886 e.V. Photographien der Künstlerin Ricarda Roggan im Stadtgebiet Bremerhavens. Seit Anfang August sind die Motive ihrer sechsteiligen Photoserie „Offerte“ (2016) auf verschiedenen Plakatwänden in wechselnder Hängung und unterschiedlicher Dauer an verschiedenen Straßen und Kreuzungen zu sehen.

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11.6 - 29.8.2021

Koen Vermeule "Fensterbilder"

Was hat es mit dem Titel der Ausstellung für eine Bewandtnis?

Koen Vermeule schreibt in seinem neuen Katalog „Fensterbilder“ eine Hommage an Oskar Schlemmer:
„Wenn ich reise, gibt es drei Künstler, die ich immer mitnehme: Seurat, Spilliaert und Schlemmer. Ihr Werk steht mir sehr nahe, es fühlt sich wie eine Familie an. Aber bei Oskar Schlemmer gibt es etwas, das über seine Arbeit hinausgeht und mich beeinflusst hat. Er hat mir gezeigt, dass man sich als Künstler in Zeiten großer Verzweiflung, ohne Ressourcen und seiner Familie beraubt, neu erfinden kann. Schlemmer wurde 1937 von den Nazis zum "entarteten Künstler" erklärt und mit einem Arbeitsverbot belegt. Zur Seite geschoben.

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9.5. - 27.6.2021

Stefani Glauber "≈350"

Ein Mensch hat ungefähr 350 verschiedene Geruchsrezeptoren mit denen er sich durch den Alltag bewegt. In ihrer Ausstellung ≈350 setzt sich Stefani Glauber (Jg.91) fragmentarisch mit der Analyse dieser Wahrnehmung und der Digitalisierung von Geruch auseinander. Die Vorstellung und die Versuche, Geruch gezielt einzusetzen, zu steuern und digitalisierbar zu machen haben eine lange und vielgestaltige Geschichte:

Im Römischen Kolosseum waren Röhren verbaut, durch die in Wein getränkter Safran und Kräutergeruch verdampft wurde, um an heißen Tagen den Blutgeruch in der Arena zu überdecken. Rund 2000 Jahre später beschrieb Kurd Laßwitz in seiner utopischen Erzählung „Bis zum Nullpunkt des Seins“ ein Geruchsklavier. Dieses Klavier wurde im sogenannten "Odoratorium" gespielt, einer "Stätte für öffentliche Geruchs-Aufführungen", die "zu Konzertsaal und Theater als ein unentbehrlicher Erholungsort getreten" war. Neben dem Hören und dem Sehen wurde das Riechen hier als gleichberechtigte, eigenständig bespielte Sinneswahrnehmung thematisiert.

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20.3. - 25.4.2021

Johanna von Monkiewitsch "from different places"

Die Künstlerin Johanna von Monkiewitsch (*1979 in Rom, aufgewachsen in Deutschland) arbeitet mit möglichen Realitäten und den Fragen nach Abbild und Wirklichkeit. Genauer betrachtet entzieht jedoch die Künstlerin das Abbild der Wirklichkeit seinem Realitätszusammenhang. In einen anderen räumlichen und zeitlichen Zusammenhang gestellt entsteht so eine neue materielle und sinnliche Bezüglichkeit. Licht, Zeit und Materialien des Alltags werden in ihnen zu metaphorisch hinterfragenden Behauptungen, die zwischen Raum, Gegenstand und Bild existieren. Dadurch entsteht eine neue Realität, die ein naturwissenschaftliches Phänomen zur Skulptur werden lässt. Ihr künstlerisches Werk umfasst bildhauerische Arbeiten, Installationen, Fotografie sowie Leinwand- und Videoarbeiten. Johanna von Monkiewitsch studierte von 1999 bis 2007 an der HBK Braunschweig. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Köln.

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Telefon: 0471 46838
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