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16. Mai bis 28. Juni 2020

Isabell Schulte⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀Jana Schulz

Lisa Thiele, Kuratorin im Neuen Kunstverein Wuppertal

In der Kunsthalle Bremerhaven kommen die beiden Künstlerinnen Isabell Schulte (*1987) und Jana Schulz (*1984) in einer Präsentation zusammen. Beide aus Berlin, vielmehr ein zufälliger denn vorsätzlicher Fakt. Die Positionen stehen, als medial vollkommen unterschiedlich arbeitend nebeneinander. Dieser Zustand, der vorerst an sich nichts Verbindendes ermöglichen soll, birgt die subtile Möglichkeit Themen wie Bewegung, Körper, Zeit, Ordnung, Wiederholung, Subjektivität und Sprache zu umkreisen.

Isabell Schultes (*1987) gezeigte Arbeiten sind Teile einer über zwei Jahre entstandenen Reihe. Die Künstlerin produzierte großformatige Zeichnungen, die nacheinander jeweils in einem Prozess von mehreren Monaten entstehen. Ihre Materialien sind unauffällig, pro Zeichnung etwa sechseinhalb Quadratmetern Papier und ein Bleistift. Part I-V zeigt kleinteilige Elemente, die wuchernd das Papier zu erobern scheinen. Sie folgen einem System von Zeichen, was präzise gesetzt, im Prozess des Zeichnens vollkommen subjektiv entsteht. Und sind damit, ähnlich wie kartographische Arbeiten oder Notationen, der Versuch einer Ordnung oder die Überführung komplexer Gegebenheiten in eine andere Form, durch welche sie nachvollziehbar gemacht werden. Isabell Schulte ordnet nicht, was mehrere gleichermaßen wahrnehmen können. Die Zeichnungen offenbaren ein Denknetz, Gedanken, die übereinander und nebeneinander verlaufen, oder sich wiederholen.

Jana Schulz (*1984) Videoarbeiten ziehen unvermittelt in eine bestimmte Situation hinein: in der Arbeit „being on concrete“ sind es New Yorker b-boying Tänzer, nachts, auf der Straße, ihrem temporären Aufführungs- und Proberaum. Die Künstlerin begibt sich mit ihrer Kamera in geschlossene Strukturen. Als explizit weibliche Kameraführende meist in männlich dominierte soziale Gruppen, die mehr oder weniger durch etwas Gemeinsames zusammengehalten werden. Die äußerliche Gemeinsamkeit dieser Gruppen selbst, ein Treffpunkt, Sport, ein Hobby, wird dabei nebensächlich. „being on concrete“ ist nah, subjektiv und fokussiert. Mit der Arbeit entsteht eine distanzlose Sicht auf die Körperlichkeit des Einzelnen, auf ihn in einem Gefüge und das Gefüge selbst. Die physische Präsenz der Arbeit im Raum verstärkt den Fokus, offenbart gewöhnliche Mimik und Gestik als fast mystisch erscheinende Interaktion.

 

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