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19. September bis 1. November 2020

INVITATION TO LOVE - a groupshow curated by FORT

So manche künstlerische Fragestellung, Motive und Aspekte tauchen in der Kunst wie bei einzelnen Künstler*innen immer wieder auf. Manchmal ist das gewollt, ja direkt angestrebt, manchmal vielleicht auch ungewollt, unterschwellig, wie ein Muster oder eine Handschrift. Zu den Kennzeichen in den Werken, Aktionen und Ausstellungen des Künstlerinnenduos FORT gehören Aspekte wie Zwillingsmotive oder Zwischenräume, unscharfe Übergangssituationen oder schwebende Gleichwertigkeiten. 

Invitation to Love ist das erste Ausstellungprojekt, bei dem FORT als Kuratorinnenteam fungiert und von befreundeten und bekannten Künstler*innen eine subjektive Auswahl von Werken zusammenführt. Der Ausstellungstitel spielt auf eine Fernsehserie gleichen Namens an. Eine Seifenoper, die ihrerseits innerhalb der US-amerikanischen Fernsehserie Twin Peaks von David Lynch lief, die zu Beginn der 1990er Jahre Kultstatus erlangte. A show within a show, in der, ganz nach Vorliebe der Künstlerinnen, Zwillinge eine Hauptrolle spielen.

Invitation to Love ist jedoch nicht allein eine Liebeserklärung an David Lynch und seine Serie, sondern auch als respektvolle, liebevolle Einladung an die beteiligten Künstler*innen zu einem gemeinsamen Ausstellungsprojekt zu verstehen. Die ausgewählten Werke beschäftigen sich offensichtlich, gefühlt oder im übertragenen Sinn mit Liebe, Illusion, Zweisamkeit oder der subtilen Beziehung der Dinge. Aber auch die Werke selbst treten in Verhältnis zueinander und laden den Betrachter ein, Verbindungen zu ziehen und mögliche Bedeutungen zu entschlüsseln. Dabei hilft vielleicht die Arbeit Buried Earth Motors von Sebastian Jefford, überdimensional große Schlüssel, die Tür und Tor öffnen; ob zu einem Innenleben, einem Fremden oder der Malerei von Christoph Blawert, der mit einigen kleinformatigen Bildern vertreten ist, unter denen sich auch ein Schlüsselloch befindet. In der Malerei von Yesim Akdeniz treten Stühle in eine merkwürdige Beziehung zueinander und bilden wie unbekannte Stellvertreter ein surreales Psychogramm ab. Auch in Anna Jandt´s Installation True False and Random (Riddled with Advocaat) sind leere Stühle Platzhalter, diesmal jedoch für eine Speed-Dating Situation, in der die Illusion der Lösbarkeit emotionaler Komponenten auf drei Tische wie ein Rätsel verteilt ist. Zwei Rosen stehen auf jedem Tisch, eine echt, eine falsch und trotzdem täuschend gleich wie die Zwillinge in Lynchs Seifenoper. Doppelung und Verwandtschaften ziehen ihre Runden durch die Ausstellung und sind doch nie Wiederholung oder dasselbe. Verknüpfungen werden hergestellt und doch stehen die Werke für sich.

Die beteiligten KünstlerInnen sind Emma Adler, Yesim Akdeniz, Katja Aufleger, Jennifer Bennett, Christoph Blawert, FORT, Max Frisinger, Anna Grath, Christian Haake, Anna Jandt, Sebastian Jefford, Horst Müller, Niclas Riepshoff, Max Schaffer, Norbert Schwontkowski, I-Chieh Tsai und Markus Zimmermann. 

FORT wurde 2008 von Anna Jandt (*1980 in Bremen), Jenny Kropp (*1978 in Frankfurt/Main) und Alberta Niemann (*1982 in Bremen) gegründet. Seit 2014 arbeiten Jenny Kropp und Alberta Niemann als Künstlerduo weiter. FORT entwickelt raumbezogene Arbeiten im Bereich Installation, Video und Performance. Die Arbeiten wurden u.a. in den Kunstwerken Berlin, im Museum of Modern Art Warschau und der Kestnergesellschaft Hannover gezeigt, sowie mit zahlreichen Preisen und Stipendien auszeichnet, u.a. dem Karl-Schmidt-Rottluff Stipendium und dem Cremer-Preis 2016. Die Künstlerinnen leben und arbeiten in Berlin.

VERANSTALTUNGEN IM RAHMEN DER AUSSTELLUNG

Samstag, 19. September 11 - 17 Uhr: YOU AND ME, Performance von Markus Zimmermann

In der Performance You and Me gibt der Künstler Einblicke in seine Biografie. Der Ausstellungsbesucher ist eingeladen, sich ein Objekt aus Zimmermanns Sammlung persönlicher Gegenstände auszusuchen, dessen Geschichte erzählt wird.

Der Eintritt ist frei.

 

Telefon: 0471 46838
Allgemeine Informationen