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25. September bis 6. November 2016

PETER SENONER
CORPUS matic

In einer präzise geplanten Rauminstallation zeigt Peter Senoner im Kunstverein Bremerhaven eine Auswahl seiner skulpturalen und grafischen Arbeiten, welche zum Großteil in den letzten beiden Jahren entstanden sind. Neben der klassischen Bildhauerei sind vor allem die Zeichnung, aber auch der Trickfilm, die inszenierte Fotografie und das Interagieren im öffentlichen Raum wesentliche Formen seiner künstlerischen Auseinandersetzung. Senoner wurde 1970 in Bozen (Italien) geboren, er lebt und arbeitet in Bozen und Berlin.

Der Ausstellungstitel „CORPUS matic“ verweist auf den künstlichen, maschinenhaften Körper als zentralem Forschungsgegenstand in Senoners Werk, ein über Jahre verfolgtes Thema, das sich wie ein roter Faden durch seine Arbeiten zieht. Wenn Senoner bildhauerisch tätig ist, dann arbeitet er an seinen häufig lebensgroßen Skulpturen immer zuerst in klassischer Bildhauermanier mit Holz. Erst in einem zweiten Schritt gießt er seine Figuren in Aluminium oder realisiert sie in weißer, einbrandlackierter Bronze, so wie LEM, eine seiner großen Skulpturen, welche unter anderem in der Ausstellung zu sehen sein werden. Senoners Skulpturen wirken wie Wesen aus einer fernen Galaxie, und verweisen gleichzeitig auf verschiedene kulturelle, ästhetische, historische und mediale Kontexte. Ein erzählerisches Moment entfaltet sich mit der Expressivität von Bewegungen und Oberflächen, wobei es Senoner mehr und mehr um die Erforschung der Schönheit des Körpers in seiner Verletzlichkeit geht, welche er letzthin durch Perforierungen und Fragmentierungen experimentiert.

Die Zeichnung als wesentlicher Teil von Peter Senoners künstlerischer Arbeit nimmt gerade in den letzten Jahren eine wichtige Schlüsselfunktion ein, denn sie bietet ihm die Möglichkeit, immer wieder neue künstlerische Ansätze zu erarbeiten, die sich dann letztlich auch in den skulpturalen Werken manifestieren. In der Ausstellung im Kunstverein Bremerhaven wird ein Raum ausschließlich diesem Medium gewidmet sein. Nach Jahren kehrt Senoner nun wieder zurück zum Arbeiten am lebenden Modell, indem er Körperformen in Bewegung in einem sich über Stunden hinziehenden Prozess und in obsessiv wiederholenden Bearbeitungen überlagert.

Zeichnung ist bei Senoner aber nicht nur als wandhängendes gerahmtes Bild vorzustellen, sondern genauso als installativ den Raum bespielende großformatige Arbeit, die in Kombination mit einer ebenfalls installativ positionierten Skulptur ihre Ergänzung erfährt, oder auch in Form eines als Projektion präsentierten Trickfilmes. Hier in Bremerhaven zeigt der Künstler seinen erst kürzlich fertiggestellten Film, der während seines Arbeitsaufenthaltes in Detroit diesen Sommer entstanden ist. Der in Senoners Werk grundgelegte Gedanke der Transformation von Körpern wird in seinen Ausstellungsprojekten verdeutlicht, indem seine in unterschiedlichen Medien erarbeiteten Schöpfungen wie in einem Netzwerk medialer Verknüpfungen miteinander in Beziehung treten.

Dr. Sabine Gamper

 

Hier finden Sie die Pressemappe zur Ausstellung.

 

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