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11.9 - 17.10.2021

Peter Downsbrough "Peter Downsbrough"

Der ame­ri­ka­ni­sche Kon­zept­künst­ler und Fo­to­graf Pe­ter Downs­brough (*1940) lebt und ar­bei­tet seit 1989 in Brüs­sel. In den frü­hen 1960er Jah­ren stu­dier­te er Ar­chi­tek­tur und Kunst an der Uni­ver­si­ty of Cin­cin­na­ti und der Co­oper Uni­on in New York City, und be­such­te an­schlie­ßend ei­ni­ge Mal­stun­den in der Art Stu­dents Le­ague.

Nach dem Stu­di­um der Ar­chi­tek­tur be­gann Pe­ter Downs­brough skulp­tu­ra­le Ar­bei­ten, Ar­bei­ten auf Pa­pier, Fo­to­gra­fi­en, Fil­me, Vi­de­os, So­und­stü­cke und Künst­ler­bü­cher zu pro­du­zie­ren. Er ver­öf­fent­lich­te mehr als 75 Künst­ler­bü­cher. Downs­broughs Skulp­tu­ren und In­ter­ven­tio­nen im öf­fent­li­chen Raum be­ste­hen aus ho­ri­zon­ta­len und ver­ti­ka­len schwar­zen Bal­ken, auf denen Wor­te oder Frag­men­te von Wor­ten an­ge­ord­net sind. Da­bei un­ter­sucht er Spra­che als Me­di­um der Kunst.

Die Wer­ke von Pe­ter Downs­brough ba­sie­ren auf Li­ni­en, Buch­sta­ben, Schnit­ten und Zwi­schen­räu­men, die sich auf den ar­chi­tek­to­ni­schen Raum be­zie­hen und die Li­nea­ri­tät von Raum und Spra­che in Fra­ge stel­len. Sein stark re­du­zier­tes vi­su­el­les Vo­ka­bu­lar be­steht aus kur­zen und prä­gnan­ten Kon­junk­tio­nen und Prä­po­si­tio­nen, wie AND, AS, OR, TO, IF, BUT, FROM, WITH, HERE, THE­RE, MAAR, OP, EN, ET, OU, MAIS. Die­se ha­ben eine Dop­pel­funk­ti­on. Sie sind zum ei­nen iko­no­gra­fi­sche Zei­chen, die den Raum be­schrei­ben, und zum an­de­ren ge­ben sie dem Be­trach­ter die Mög­lich­keit, sich von ei­nem Ge­dan­ken zum Nächs­ten zu be­we­gen und eine Ver­bin­dung zwi­schen ein­zel­nen Satz­tei­len oder Ele­men­ten her­zu­stel­len.

2003 wur­de Pe­ter Downs­broughs in sei­ner Wahl­hei­mat Brüs­sel im Pa­lais des Beaux-Arts mit ei­ner Re­tro­spek­ti­ve ge­ehrt, die an­schlie­ßend im Es­pace de l'Art Con­cret in Mou­ans-Sar­toux, Frank­reich (2003-04), und im Mu­ze­um Sztu­ki in Lódz, Po­len (2004) zu se­hen war.

Pe­ter Downs­brough zählt seit den spä­ten 1960er Jah­ren zu den füh­ren­den Künst­lern, de­ren Ar­bei­ten sich zwi­schen Mi­ni­ma­lis­mus, Kon­zept­kunst und vi­su­el­ler Poe­sie be­we­gen.

Über Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung informieren Sie sich gerne auf der Internetseite des Kunstvereins Bremerhaven oder über den Email-Newsletter.

Klaus Becké
Kurator

3.8. - 23.9.2021

Ricarda Roggan "Offerte"

Ganz offensichtlich und zugleich ganz selbstverständlich, ja nahezu beiläufig, präsentiert der Kunstverein Bremerhaven von 1886 e.V. Photographien der Künstlerin Ricarda Roggan im Stadtgebiet Bremerhavens. Seit Anfang August sind die Motive ihrer sechsteiligen Photoserie „Offerte“ (2016) auf verschiedenen Plakatwänden in wechselnder Hängung und unterschiedlicher Dauer an verschiedenen Straßen und Kreuzungen zu sehen.

Ricarda Roggan (Jg. 1972) studierte zunächst Photographie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und war Meisterschülerin bei Prof. Timm Rautert. Von 2003 bis 2005 folgte ein Kunststudium am Royal Collage of Art in London, das sie mit einem Master of Arts abschloss. Seit 2013 hat Ricarda Roggan eine Professur für Photographie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart inne. In Einzel- und Gruppenausstellung war sie mit ihren Photoarbeiten bereits seit ihrem Studium Anfang der 2000er Jahre im In- und Ausland vielfach vertreten; so beispielsweise im Museum der bildenden Künste Leipzig, im Museum Folkwang, im National Museum of Modern Art Tokio, bei der Biennale de la Photographie et des Arts visuels de Liège, Belgien, in der Bundeskunsthalle, in der Schirn Kunsthalle Frankfurt und in der Sammlung Philara in Düsseldorf.

In Bremerhaven sind nun erstmals Photographien von Ricarda Roggan im Außenraum zu sehen. Diese zeigen unterschiedliche Alltagsgegenstände, wie Kabel, Stecker, Garn und andere Dinge, welche von zwei Händen der Kamera dargeboten werden. Für ihre Präsentation auf den Plakatwänden vergrößerte Ricarda Roggan die mit 33 x 40 cm eher kleinformatigen Aufnahmen auf die Größe der Außenwerbung. Dort behaupten sich die bis ins Detail choreografierten Aufnahmen ungeachtet ihrer Vergrößerung auf bemerkenswerte Weise. Einerseits greift das Motiv der Offerte das des Angebots der Werbung auf. Anderseits bleibt die Situation ohne Text und Hinweis offen. Photographisch wiederum bilden die klaren Aufnahmen von Ricarda Roggan einen Ruhepool in der vielgestaltigen und vielfarbigen Umgebung der Hauswände und „marktschreierischen“ Werbeplakate.

Dr. Kai Kähler

Kurator

Die Photographien von Ricarda Roggan sind noch bis zum 23. September 2021 in der Deichstraße 29a und 29b, an der Ecke Hans-Böckler-Straße/Cherbourger Straße, Ludwigstraße/Claussenstraße und Melchior-Schwoon-Straße/Werftstraße zu sehen.

Telefon: 0471 46838
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