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NORBERT SCHWONTKOWSKI

AUS BREMERHAVENER SAMMLUNGEN
KUNSTHALLE BREMERHAVEN
28.4. – 16.6.2019

Vermutlich ist in keiner anderen Stadt die Dichte der Arbeiten des Künstlers Norbert Schwontkowski (*1949 †2013) in Privatbesitz so hoch wie in Bremerhaven. Das erste Mal war er 1993 mit einer Ausstellung zu Besuch in der Seestadt. In einer umfangreichen Einzelschau präsentierte Schwontkowski in der Kunsthalle Gemälde und Arbeiten auf Papier. 14 Jahre später zeigte die Ausstellung „Nachdenken über ein totes Pferd“ im Kabinett für aktuelle Kunst neue Arbeiten mit Bezug auf diesen Ausstellungsort. 2011 waren dann, im Rahmen der Ausstellung „Bremerhaven sammelt“, neben Werken vieler anderer Künstlerinnen und Künstler doch die „Schwontkowskis“ am meisten vertreten. Schon hier war absehbar, wie sehr die Bremerhavener sich für das Werk des Künstlers interessieren. Zuletzt 2013, zum Tode Norbert Schwontkowskis, versammelte der Kunstverein im Erdgeschoss des Kunstmuseums 38 seiner Arbeiten.    
Am 29. April 2019 jährt sich zum siebzigsten Mal Norbert Schwontkowskis Geburtstag. Aus diesem Anlass möchte der Kunstverein noch einmal auf die enge Verbundenheit der Bremerhavener zu dem Künstler verweisen und zeigt Arbeiten Schwontkowskis aus Bremerhavener Sammlungen. 

Norbert Schwontkowski über die Malerei und den Ursprung der Kunst:
[…] Es gibt einen unauslöschlichen Zweifel an der Wortsprache. Nicht nur dann, wenn es um Bildinhalte geht. Die Malerei als solche, jedenfalls meine, birgt diesen Zweifel in sich.    
Man muss also die Bilder sehen und dann kann man vielleicht erkennen. Denn sie erzählen nichts, die Bilder, die Gemälde, von denen ich spreche, stellen letztlich nichts vor. Sie sind, was sie sind. Farbe auf Leinwand, unverrückbar und still und entziehen sich so dem Dialog, der Konversation, dem Gequatsche. 
Das ist auch das, was passiert, wenn einer Maler wird, Maler geworden ist: All diese Fragen, all diese Worte gehen einen nicht mehr an, weil sie hier, im Feld der Malerei nicht weiterführen. Denn man hat nur diese eine Antwort für sich gefunden und die lautet: Alle Probleme malerisch zu lösen, auf alle Fragen eine malerische Antwort zu finden. […]    
Auf alle Fragen malerisch zu antworten, ist mitunter eine Reise. Und diese Reise geht ins Offene, im besten Fall strengt sich hier gar nichts an, weder man selbst, noch jene Imagination, die man ohnehin nicht im Griff hat. Nichts von all dem ist Revolte, geschweige denn, dass es den Mut zu einer Bedeutung hat, es ähnelt dem spielenden Kind und lebt in der Freiheit, um die Ecke zu denken und Unsinn zu produzieren. Die Kunst – oder hier: die Malerei – tritt gar als Retter und Heilung auf, die das Gefangensein im dialogischen „entweder oder“ durch ein „sowohl als auch“ erhellt und klärt.    
„Warum ist das so? Woher kommt das?“, fragt man sich dann immer wieder. Und man fängt an, sich irgendwann ein eigenes Bild davon zu machen. Von dem Urgrund der Entstehung der Sprache, von Bild, Gesang und Tanz. Das geschieht völlig subjektiv und unwissenschaftlich und gleicht einer tiefen Empfindung, die von was weiß ich woher stammt. Sie sagt mir, dass sich in jedem Augenblick die Erde auftun könnte, um uns zu verschlingen. […]    
Wir sind eine Art domestiziertes Tier, das diese Spannung zwischen dem unaussprechlichen Glück der Existenz und der tiefen Beschämung eines Endes aushalten muss.    
Sprache, Bilder, Gesang ist also das, was sich gebildet und geformt hat aus jenem ersten und letzten Schrei, ausgestoßen aus Verzweiflung und purer Freude – oder einfach nur, um Luft zu schnappen. Das ist der Grund, aus dem all das kommt: der Ruf, die Beschwörung, die Lauretanische Litanei, genauso wie Grateful Dead oder die Skulpturen von Jeff Koons. […]     

Die Frage, was die Bewohner der Seestadt so treiben, wenn es dunkel wird, beantwortete ein Kritiker der „tageszeitung“ so: „Sie ziehen die Vorhänge vor den Fenstern zu und sehen sich ihre Schwontkowskis an.“
Der Kunstverein freut sich, dass die Bremerhavener Sammlerinnen und Sammler aus diesem Anlass ihre „Schwontkowskis“ der Öffentlichkeit zeigen.

Zur Ausstellung erscheint eine Edition von 18 Postkarten mit Motiven der in der Kunsthalle gezeigten 
Arbeiten von Norbert Schwontkowski.

VERANSTALTUNGEN 
IM RAHMEN DER AUSSTELLUNG

Sonntag, 28. April, 11 Uhr               
Ausstellungseröffnung Mit Fisk, Tinker & Co

Sonntag, 19. Mai, 11 Uhr                   
Matinee Bremerhavener Sammler erzählen von ihren „Schwontkowskis“ 

Samstag, 15. Juni, 18 - 23 Uhr               
Lange Nacht der Kultur: „Radio Schwontkowski“ Radiointerviews mit Norbert Schwontkowski während der Ausstellung        

Telefon: 0471 46838
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