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9. Mai bis 13. Juni 2010

LUKA FINEISEN

Durch ihre Skulpturen und Raumeingriffe erlaubt Luka Fineisen dem Betrachter einen Einblick in ihre ganz eigene Welt. Unsichtbar und doch atmosphärisch dicht füllt sie einen Raum übervoll mit dem Duft von Honig, flutet ganze Räume mit Milch, versenkt sie in einen geheimnisvollen Nebel oder lässt ihre Wände schmelzen. In den Augen Luka Fineisens scheint alles in der Welt zu leben und einer ständigen Veränderung unterzogen zu sein. Starre Elemente zerfließen und laufen in Tropfen die Wand herunter. Dabei können die Eingriffe, die sie innerhalb der Architektur eines Raumes vornimmt können subtil oder offenkundig sein, zeugen jedoch immer von einem geschärften Blick und großer Sensibilität für die Umgebung. Zugleich ist die Leichtigkeit beeindruckend, mit der die Künstlerin scheinbar den Raum für sich erobert und verdichtet. Nahezu schwerelos wirken ihre Skulpturen.
Durch Form und Material oszillieren die Werke Luka Fineisens zwischen Künstlichkeit und natürlicher Wirkung. Oft ist es erst der zweite Blick, der die Beschaffenheit der Arbeiten offenbart. Scheinbar fragile Blasen stellen sich als Halbkugeln aus Kunststoff heraus, feste Massen entpuppen sich hingegen als vergänglicher Schaum. Sie wachsen förmlich aus den Schläuchen und Apparaten heraus, von denen sie erzeugt werden, wuchern in den Ausstellungsraum hinein und nehmen ihn in Besitz. Die Werke bestehen aus chromblitzender Technik und morphologischer Form. Luka Fineisen macht damit den Prozess des Werdens sichtbar, entzaubert ihn jedoch nicht. Im Gegenteil, die stete Kreislauf aus Entstehen und Zerfall, der viele ihrer Arbeiten unterworfen sind, lassen den Betrachter verweilen, sich im Detail verlieren und immer wieder staunen.
Luka Fineisen hat sich der Bildhauerei verschrieben, einer Kunstgattung, die man zunächst eher mit klar umrissenen, dreidimensionalen Objekten aus festen Materialien in Verbindung bringt. Dem stellt die Künstlerin ihre Arbeiten entgegen mit Werkeigenschaften wie Flüchtigkeit, Veränderung, Wachstum und Prozess. In wie weit ein Stoff, der keine haptischen Qualitäten besitzt dennoch ein Volumen erzeugen und einen Raum füllen kann lotet Luka Fineisen in verschiedenen Arbeiten aus. Feiner Sprühregen, der vom Dach eines Gebäudes herabregnet bildet eine Wand und isoliert den Betrachter von der Außenwelt. Verdampfender Honig füllt die Nase mit seinem süßen Duft und erschafft eine dichte Atmosphäre. Nebel breitet sich in einem Raum aus, macht Teile unsichtbar und hebt andere Elemente zugleich hervor. Alle Sinne sind gefordert, wenn es darum geht die Werke der Künstlerin zu begreifen.
Dabei gehen ihre Gedanken eigene Wege und schon lange über den Bereich des technisch machbaren hinaus. Gerade zu größenwahnsinnig träumt sie davon, ganze Gebäude zu schmelzen und in sich zusammensacken zu lassen oder sie durch quellenden Hefeteig auseinanderzubrechen. Seit einiger Zeit weicht sie daher auf architektonische Modelle aus, die ihrer Vorstellungskraft keine Grenzen setzen.

In der Kunsthalle Bremerhaven entwickelt die Künstlerin ihre Ausstellung auf Grundlage der außergewöhnlichen Ausstellungsarchitektur.

Telefon: 0471 9586106 Allgemeine Infos und Anfragen

DER KUNSTVEREIN IN SCHRIFT, BILD UND TON (Kopie 1)

Links zu Berichten über Ausstellungen und Veranstaltungen des Kunstvereins in den Medien

Center TV vom 25.3.2010, Weserzeit Ausstellung Personell Kill >>

Zeit Online vom 21.3.2010, Die wahren Kunstkenner >>

Taz Nord vom 18.3.2010, Erschwerte Zugänge >>