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FREI LUFT KUNST

Ich bin Anni, 22 Jahre alt und der Großteil meines Lebens spielte sich schon immer in Bremerhaven ab. Normalerweise leite ich dienstags den Kinderkurs in unserem Atelier in der Goethestraße. Dort bieten wir Anregungen und kreativen Freiraum für junge Künstler, stellen Material zur Verfügung und präsentieren entstandene Werke.

Willkommen ist jeder junge, kreative Kopf, der auf der Straße vorbei läuft.

Das Atelier ist nun auch wieder geöffnet, jedoch mit wichtigen Schutz- und Hygenevorschriften, aufgrund der noch aktuellen Lage rund um COVID-19. Trotzdem wollen wir euch online Anregungen bieten, in dieser neuen Zeit , Kunst mit anderen Augen zu betrachten. Ich habe mir deshalb überlegt, euch Kindern, euch Familien und euch Menschen, die jetzt hauptsächlich zuhause bleiben müssen, Bremerhaven von einer anderen Seite zu zeigen, von meiner Seite: Der Seite der Kunst.

Ja gut, eigentlich soll man zuhause bleiben…
Aber manchmal muss man einfach raus an die Luft und was anderes sehen! Also Kinder, packt eure Eltern ein, haltet Abstand zu anderen Spaziergängern und schaut euch ein bisschen in BHV um. Ich präsentiere euch BHVs öffentliche Kunst! Beginnen werde ich im Süden von Bremerhaven und arbeite mich dann unsystematisch nach oben durch. Also wenn ihr Lust habt, begleitet mich!

Der Fischschwarm

Heute geht es auf den Willy-Brandt-Platz, den findet ihr genau vor unserem Zoo am Meer in Bremerhaven Mitte. Lange Zeit war dieser schöne Ort, der sich genau am Wasser befindet, ungenutzte Fläche, bis im Jahr 2001 die Freiraumplanern Latz+Partner den Auftrag übernahmen etwas besonders aus dem Platz zu machen.

Das Team von Landschaftsarchitekten und Stadtplanern machten aus diesem Platz einen Treffpunkt für uns Bremerhavener und Besucher.

Wer diesen Platz genauer betrachtet kann auch allerhand riesige Fische erkennen, die mit weißer Markierungsfarbe auf den Asphalt gemalt wurden.

Eine Idee der Gestalter war es hierbei, dass man von weiter oben, z.B. von der Aussichtsplattform des Sail City Hotels, erkennen kann, dass die Fische zu einem Schwarm angeordnet sind. Die zweite Idee hinter der Gestaltung hängt mit dem Küstenschutz zusammen, denn in den Wintermonaten wird dieser Platz von Sturmfluten überschwemmt und die Fische sind für diesen Moment zurück im Meer.

Also ist es nun euch überlassen wie ihr die Fische betrachten wollt: begebt euch nach oben oder wartet auf die nächste Sturmflut und beobachtet wie die Fische im Wasser verschwinden. 

Zwangsarbeiterinnenlager Dreibergen

Heute begeben wir uns noch einmal zurück nach Wulsdorf, denn durch einen abendlichen Spaziergang in meinem Heimat Stadtteil, habe ich mich wieder an ein Kunstwerk erinnert, das zu meiner Schulzeit, an der Paula Modersohn Schule, entstanden ist.

Nicht weit von der Schule an der Ecke Sandfahrel/Lüneburger Straße steht ein Werk aus Stahlplatten, zur Erinnerung an das russische Zwangsarbeiterinnenlager, welches sich dort von 1942-1944 befand.

Dieses Kunstwerk fertigten Schüler der Paula Modersohn Schule an, die damals einen Jahrgang über mir waren. Das Projekt, das hinter dieser Aktion stand, heißt: “Zivilcourage - Mut gegen Gewalt” und sollte unter anderem auf die furchtbaren Taten, des Nationalsozialismus aufmerksam machen.

Letztes Wochenende erst, hatte Bremerhaven wieder den “Tag des offenen Denkmals” und ich dachte, mit meinem aktuellen Beitrag, mache ich auch noch einmal aufmerksam - auf ein Stück Vergangenheit, das wir nicht vergessen sollten. Also geht raus in die Stadt, schaut euch Denk- und Mahnmäler an und sprecht mit Freunden, Bekannten oder Familie über die Vergangenheit.

Seehund-Skulpturen

Heute sind wir wieder in der Innenstadt unterwegs. Eigentlich fast genau in der Mitte der Fußgängerzone, findet ihr eine kleine Gruppe von Seehunden.

Ja, man traut vielleicht seinen Augen zuerst nicht, die Seehund Familie tummelt sich nämlich vergnügt in der Mitte der Stadt. Die Bronzeskulpturen, in der Preßburger Straße, wurden von dem Bildhauer und Maler  Bernd Müller entworfen und leben dort schon seit meiner Kindheit. Der kleinste und vorderste Seehund, aus dieser Gruppe, ist sogar so beliebt, dass er auf Bremerhavener Postkarten abgebildet wird. Auch sonst sind diese Meerestiere ein beliebter Anlaufpunkt für Touristen, zum Fotos machen.

Echte Seehunde könnt ihr übrigens im Zoo am Meer genauer beobachten. Außerdem werden seit Kurzem immer wieder Seehunde in der Weser, bei uns im Hafen gesichtet. Doch wenn ihr gerade mal wieder in der Innenstadt unterwegs seid, besucht doch mal die lustige Seehund Familie vor Ort.

Am Meer

Heute begeben wir uns zurück in die Innenstadt von Bremerhaven, direkt neben das Kunstmuseum, denn genau neben dem Eingang der Theaterkasse vom Stadttheater steht eine Bronzestatue auf einem Steinsockel, die den Namen Am Meer trägt.

Waldemar Grzimek, ein deutscher Bildhauer, Zeichner und Holzschmied, ist der Künstler hinter dieser Statue, die dort schon eine ganze Weile steht.

Zu sehen ist eine sitzende Frau, die versucht ihre langen Haare aus dem Gesicht zu halten. Das Witzige und Interessante für mich an dieser Statue ist, dass ich genau weiß wie sie sich fühlt. Wenn man wie ich, als Mädchen mit langen Haaren am Meer aufwächst, macht man öfter lustige Verrenkungen, um sich die Haare aus dem Gesicht zu halten. Andererseits spürt man den Wind förmlich, wenn man vor der Statue steht und sie betrachtet wie ihr der Sturm durch die Haare fährt. Also nehmt euch doch mal vor an einem richtig windigen Tag die Statue zu besuchen und euch so richtig durchpusten zu lassen.

Mutter und Kind

Diese niedliche Statue mit dem Titel Mutter und Kind findet ihr in Geestemünde auf der Nordseite vom Holzhafen. Der Holzhafen ist eigentlich kein Ort in Bremerhaven, an dem ich mich oft aufhalte, deshalb habe ich mich umso mehr gefreut, als ich diese Statue nach einem Geburtstag dort in der Nähe entdeckt habe. Die Statue ist aus Bronze und wurde von dem Bildhauer Fritz Becker angefertigt. Seit 1969 laufen die Mutter und ihr Kind nun auf den Holzhafen zu und haben bestimmt schon einen Menge Veränderungen in Bremerhaven miterlebt. Ich persönlich finde die Mutter mit ihrem Kind hat etwas leichtes und sommerliches, wenn man sie betrachtet. Das Kind läuft voller Tatendrang an den Händen seiner Mutter auf den Holzhafen zu, während die Mutter achtsam die ersten Schritte ihres Kindes beobachtet und unterstützt.

Doch wie immer liegt es an euch selbst, was ihr von dieser Statue haltet. Deshalb besucht sie doch einfach mal selber!

Thieles Garten

Heute begeben wir uns wieder in einen Park. Aus dem Bürgerpark habe ich euch meine Lieblingsskulptur gezeigt, doch dieser Park ist einfach ein Gesamtkunstwerk, weshalb es mir schwer gefallen ist, mich auf eine Figur aus diesem Park festzulegen und ich euch einfach den gesamten Park präsentieren möchte.

Seit 96 Jahren gibt es diese kleine Parkidylle und ihr findet dort 50 Skulpturen umgeben von exotischen Pflanzen und altem Baumbestand. Im Frühjahr fällt einem zudem die Vielzahl an Vögeln und Enten auf, die dort ihre Jungen großziehen. Gegründet wurde der Park von den Gebrüdern Thiele. Der älteste Bruder Gustav hatte Größeres vor als immer nur kleine Gipsskulpturen in seiner Werkstatt zu modellieren. Er brauchte mehr Platz und so entstand die Idee, einen Kunstgarten anzulegen, der zu einem großen Park heranwuchs und so können wir bis heute die wunderbaren Skulpturen und die Parkanlage von Thieles Garten, der sich mitten in Leherheide befindet, bewundern.

Leider ist mir auch zu Ohren gekommen, dass dort vor kurzem Skulpturen beschädigt wurden, was ich sehr traurig finde, denn auch wenn es ein öffentlicher Park ist, solltet ihr immer daran denken: Irgendjemand hat sich einmal sehr viel Mühe gegeben die Kunstwerke zu erschaffen und ihr würdet es auch nicht gut finden, wenn jemand eure gemalten Bilder zerreißen würde. Also seid vorsichtig mit der öffentlichen Kunst, denn so können wir sie noch lange bewundern.

Das Windspiel

Heute zeige ich euch den Spot überhaupt, wenn man sich zu meiner Abizeit mit jemanden treffen wollte oder abgeholt werden musste: das Windspiel von Hein Sinken.

Hein Sinken war ein Bildhauer aus Berlin, der Ende der 60er Jahre immer häufiger Kunst schuf, die sich von Wind und Wetter beeinflussen lässt. Sinken war und ist immer noch ein weltweit bekannter Künstler, denn man findet seine Werke von Brasilien bis nach Berlin. Zudem ist interessant, dass man viele seiner Objekte vor Schulen findet, genau wie in Bremerhaven. Ihr findet Sinkens Windspiel genau vor der Bücherei der Geschwister Scholl Schule, an der Pestalozzistraße / Ecke Walter-Kolb-Weg. Die Konstruktion ist aus halben Stahlkugeln an drei Achsen errichtet und dreht sich im Wind. Jeder der zur Geschwister Scholl Schule gegangen ist, wird das Windspiel kennen und sich mindestens einmal mit jemanden dort verabredet haben. Wenn ihr Lust hab und das Windspiel von Hein Sinken noch nicht kennt, dann trefft euch doch mal dort mit einem Freund und beobachtet, wie die Halbkugeln sich im Wind drehen.

DIE STRAßENBAHN

Heute möchte ich euch etwas zeigen, das eigentlich mehr ein Denkmal als ein Kunstwerk ist. Stellt euch einmal vor, ihr wollt ins Kino, euch den neusten Film ansehen. Was für Möglichkeiten habt ihr, dort hinzukommen? Wenn ihr nicht weit weg wohnt, könntet ihr laufen oder mit dem Fahrrad fahren. Vielleicht wollen eure Eltern den Film auch sehen und ihr fahrt mit dem Auto. Oder aber ihr stellt euch an die Bushaltestelle und fahrt mit dem nächsten Bus.

Doch vor 38 Jahren hättet ihr noch eine andere Möglichkeit gehabt, um in die Stadt zum Kino zu kommen. Nämlich eine Straßenbahn. Genau wie fast jede andere größere Stadt hatte Bremerhaven von 1908 bis 1982 eine Straßenbahnlinie. Nach 1982 hatte man sich jedoch entschieden, die Personenbeförderung komplett von Bussen übernehmen zu lassen.

Das Interessante ist jedoch, wie ich finde, dass du in Bremerhaven auf den Straßen immer wieder kleine Abschnitte von Schienen finden kannst. Außerdem könntest du dir eine der Straßenbahnen sogar noch live ansehen, denn sie wurde in Heinschenwalde abgestellt und trotzt dort der Natur. Damit wir die Straßenbahn jedoch auch in Bremerhaven nicht vergessen, hat man ihr ein Zeichen auf der Karlsburg Straße fast genau vorm Kino gesetzt. Dort verlaufen auf dem Weg zwei Schienen aus Stahl. Also haltet mal die Augen offen...

DER ARM

“Meine Skulpturen erzählen keine Geschichte. In Ihnen versteckt sich etwas Geheimnisvolles. Es ist nicht meine Aufgabe, es zu enthüllen, sondern die des Zuschauers, es zu entdecken.”  Stephan Balkenhol.

Der Arm vor dem alten Eingang des Deutschen Schifffahrtsmuseum ist in der Tat geheimnisvoll. Diese riesige Holzskulptur von Stephan Balkenhol, einen zeitgenössischen Bildhauer, liegt dort schon so lange ich denken kann. Der Arm zählt zu den bekanntesten Werken von Balkenhol. Es gibt Fotos von mir, wie ich als kleine, fünfjährige Anni, in der riesigen Holzhand sitze, bevor wir dem Museum einen sonntäglichen Besuch abgestattet haben. Der Arm ist bestimmt gute drei Meter lang und 80 Zentimeter hoch, perfekt um auf ihm herumklettern und sich Seefahrergeschichten auszudenken. Denn wie Balkenhol sagte, sind seine Werke sind geheimnisvoll und der Betrachter selbst ist eingeladen dieses Geheimnis zu lüften. Und wenn du schon mal da bist, findest du vielleicht auch ein ganz besonderes Tattoo auf diesem riesigen Arm...

DAS WILKE ATELIER

Die Sommerferien stehen vor der Tür und es zieht uns raus ans Wasser. Direkt auf dem Weg zum Weserstrandbad, am alten Vorhafen 2, zwischen Lotsenhaus und Radarturm, steht seit Langem schon ein ganz besonderes kleines Haus. Vielen Einheimischen und Touristen ist es bestimmt schon aufgefallen, doch als der Künstler Paul Ernst Wilke sich diesen Platz für sein kleines Sommerhaus ausgesucht hat, war dort am Deich bestimmt noch nicht so viel los wie heute. Aus Verbundenheit zu seiner Heimatstadt Bremerhaven baute sich der Landschaftsmaler Wilke 1948 dort ein kleines Atelier. Doch auch noch lange nach seinem Tod können sich Künstler an seinem Atelier erfreuen und dort den Pinsel schwingen, wie es Wilke damals selbst getan hat.

Das kleine Haus wurde nach Wilkes Tod restauriert und seit 1985 leben und arbeiten dort Gastkünstler. Maler, Fotografen, Schriftsteller, Komponisten und Bildhauer verbringen dort meist zwei Monate, lassen sich von der Seestadt Bremerhaven inspirieren und präsentieren am Ende ihre Ergebnisse. Es ist mein persönliches Lieblingshaus in Bremerhaven, denn mir gefällt der Gedanke, wie viel Kreativität in diesen vier Wänden steckt und wenn ihr schon mal in Bremerhaven unterwegs seid, dann findet ihr vielleicht auch noch Spuren von Wilkes berühmter ersten Ehefrau.

DIE ÄQUATORUHR

Heute gucken wir uns etwas an, das mich schon seit meiner Kindheit beschäftigt. Jedes Mal, wenn wir in die Innenstadt gefahren sind, habe ich mich gefragt, was das eigentlich ist?
Auf der Columbusstraße, gleich hinter der Kennedybrücke, vor einem der neuen Hochschulgebäude, steht seit 1967 eine Äquatoruhr, besser bekannt als Sonnenuhr. Entworfen hat dieses geheimnisvolle Stück, der Bremerhavener Architekt Bodo Sturmheit. Gebaut wurde die Uhr von Lehrlingen der Kupferschmiede der Firma J.H. Kramer.2017 wurde die Äquatoruhr, inklusive ihre näherer Umgebung renoviert und seit dem gibt es dort eine Gedenktafel mit einem QR-Code. Dank diesm QR-Code habe ich nun endlich herausgefunden - nach fast 23 Jahren - was diese intressant aussehende Halbkugel zu bedeuten hat und wie sie funktioniert.

Vielleicht geht es euch ähnlich und ihr wolltet schon immer mal wissen, was es mit dieser Arbeit auf sich hat, dann packt euer Handy ein und spaziert in Richtung Innenstadt und findet heraus wie eine Äquatoruhr funktioniert.

DAS AUSWANDERERDENKMAL

Heute befinden wir uns auf dem Willy-Brandt-Platz, direkt an der Weser in Bremerhaven. Denn dort, auf dem großen Platz, zwischen dem Zoo und dem Wasser, steht ein wichtiges Stück Geschichte von Bremerhaven.

Auf einem hohen Sockel aus Granit schaut, seit 1986, eine Bronzestatue über die Weser hinaus in die weite Welt. Frank Verga, ein amerikanischer Künstler, ist der Bildhauer, der hinter dieser vierköpfigen Auswandererfamilie steht, die dort auf eine neue Zukunft blicken.

Über Bremerhavens Häfen wanderten unzählige von Menschen aus, auf der Suche nach einem neuen Leben. Viele dieser Lebensgeschichten können wir heute bei uns im Auswandererhaus verfolgen und wer weiß, vielleicht finden wird dort auch Verwandte, die diesen mutigen Schritt ebenfalls gewagt haben.

Ich bin jedes mal beeindruckt, wenn ich vor dieser Familie aus Bronze stehe und frage mich, wie es all den Menschen wohl ergangen ist, die über Bremerhaven eine neue Heimat gesucht haben. Außerdem ist dieses Denkmal immer noch aktuell, denn wie viele Menschen verlassen auch heute noch, aus den verschiedensten Gründen, ihre Heimat, in der Hoffnung woanders ein besseres Leben führen zu können…?

Also packt eure Familie, spaziert zu diesem Denkmal und schaut über die Weser in Richtung Horizont.

DER TORSO

Heute begeben wir uns an einen Ort in Bremerhaven, den ich selber viel zu oft vergesse: unseren Bürgerpark.

Der Park alleine lädt schon zum spazierengehen, verweilen oder die Natur genießen ein, jedoch findest du dort auch allerhand Kunst.
Der Eingangsbereich spricht schon für sich, du erkennst ihn an einem riesigen Springbrunnen aus Stein und gleich dahinter, auf der rechten Seite, auf einer kleinen Wiese umgeben von Bäumen, ruht meine Lieblingsskulptur: (der) Torso.
Emilia Kaus, eine Künstlerin aus Bremen, die ihre Kunst oft im öffentlichen Raum präsentiert, ist die Erschafferin dieser Skulptur aus Granit. Die Arbeit ist aus dem Jahr 1981 und ungefähr 80 cm hoch. Die Künstlerin selbst beschreibt ihre Arbeit als Kontemplation. Das bedeutet so viel wie konzentriert-beschaulich oder in sich versunken. Auch ich finde diese Skulptur wirkt sehr in sich gekehrt, wie ein Mensch, der sich selbst eng umschließt und auf dieser grünen Wiese ruht. Doch wie es eben üblich in der Kunst ist, gibt es keine richtigen und falschen Ansichten.

Also statte der Skulptur doch selbst einen Besuch ab, vielleicht findest du im Bürgerpark auch noch mehr Kunst, über die es sich zu sprechen lohnt.

GRAFFITI WAND

Sprühlack.

Graffitis sind das Aushängeschild für Kunst im öffentlichen Raum.
Viel wird über sie diskutiert. Einige finden sie sind sinnlose Schmierereien, ich gehöre zu denen, die sie für Kunst halten.

Die lange Oststraße im Fischereihafen lädt immer wieder Graffiti Künstler dazu ein, ihr Können zu Präsentieren und sich großflächig kreativ austoben zu können. In dieser Straße finden Wettbewerbe im Graffiti sprayen statt, es trifft sich dort das who is who der Szene und es wird nach Themen oder frei gesprüht. 

Diese lange Wand, die eigentlich eine Rückseite einer Lagerhalle ist, befindet sich in einem ständigen Wandel. Jedes Mal, wenn ich dort vorbei laufe, finde ich ein neues Werk und bin fasziniert von dem Talent der Künstler! Die Motive dort reichen von bunt und schrill, bis düster und detailgetreu und das alles mit einer Sprühdose. Wenn das nicht beeindruckend ist, dann weiß ich auch nicht.

Also, nehmt euch die Zeit und lauft, nach einem Spaziergang durch den Fischereihafen, einmal abseits der Fischlokale, an dieser faszinierenden Wand vorbei.

FLANEUR

Dieser riesige Gartenzwerg mit dem Titel Flaneur ist eine ca. vier Meter hohe Polyester Plastik von den Künstlern Hans Hemmert, Axel Lieber, Thomas A. Schmidt und Georg Zey.
Zusammen ergeben sie das Künstlerteam Inges Idee und arbeiten immer wieder zusammen, wenn es um Kunst im öffentlichen Raum geht. Wenn ihr nach Bremerhaven Wulsdorf kommt, könnt ihr ihn gar nicht übersehen. Dieser große Zwerg steht genau auf der Ecke Weserstaße/Lindenallee und läuft auf die Volksbank dort zu. Was er da möchte? Vielleicht Geld abheben? Ich weiß noch, wie er 2005 das erste Mal gezeigt wurde. Eingepackt in dunkelblauer Plastikfolie stand dieses riesige Gebilde vorher dort und meine Mama und ich haben eifrig überlegt, was sich darunter verstecken mag. Selbst nach seiner Enthüllung bietet dieser riesige Zwerg immer noch eine Anregung, um über ihn zu sprechen, zu diskutieren und sich Geschichten über ihn auszudenken. Der Künstler selbst erwähnten etwas über eine Anspielung der regionalen Bedeutung der genossenschaftlichen Banken. Auf jeden Fall ist dieser riesige Gartenzwerg ein Hingucker, den ihr auf einem Spaziergang durch Bremerhaven Wulsdorf nicht umgehen solltet.

Ich persönlich denke heute noch viel über diesen Zwerg nach.

Telefon: 0471 46838
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27576 Bremerhaven