Die nächste Gesprächsrunde für Kunsterzieher (LFI VA 296: Kunst) findet am 11. Mai im Kunstmuseum statt. Beginn 15 Uhr.
Nach Franz Erhard Walther, Andreas Slominski und Paloma Varga Weisz steht beim nächsten Treffen das Thema Landschaft im Mittelpunkt.
Im Kunstmuseum gibt es eine Reihe von Kunstwerken die sich auf die Landschaft oder Natur beziehen. Bildete die Landschaft zunächst meist Staffage für sakrale oder fürstliche Bildthemen, so emanzipierte sich in Deutschland die Landschaftsmalerei seit ca. 1800 als selbstständiges Sujet. Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sie sich zu einer eigenen Kunstgattung weiter, weshalb das 19. Jahrhundert auch als das Jahrhundert der Landschaftsmalerei bezeichnet wird.
Diese Entwicklung hing eng mit dem Aufstieg des Bürgertums, der industriellen Revolution und der Verstädterung des Lebens zusammen. Im Gegenzug erwuchs ein verstärktes Interesse an der unberührten Natur. Ende des 19. Jahrhunderts zog es Künstler daraufhin vermehrt aufs Land und es erfolgte die Gründung einer reihe von Künstlerkolonien. Gleichzeitig trat ein aufstrebendes Bürgertum, das sich für Geisteswissenschaft, Kunst, Philosophie und Literatur begeisterte, zunehmend als Auftraggeber und Betrachter in der bildenden Kunst auf. Kunst bekam eine größere Breitenwirkung und wurde in immer größerem Umfang diskutiert. In diesem Zusammenhang löste die „Italienische Reise“ des Dichters, Kunsthistorikers und Naturwissenschaftlers Johann Wolfgang von Goethe, die dieser von 1786 bis 1788 unternahm, sowie deren Veröffentlichung 30 Jahre später, ein regelrechtes Reisefieber nach Italien aus und brachte eine fundamentale Veränderung der Landschaftsmalerei.
An allen fortschrittlichen Kunstakademien Deutschlands wie in Düsseldorf, Weimar aber auch München oder Karlsruhe wurde die Schrift Goethes zum Leitfaden für die Kunst. Für die Studenten wurde ein längerer Studienaufenthalt in Italien zum unbedingten Muss. Die gefühlsbetonte Darstellung der Landschaft, die zuvor in der Natur studiert und skizziert und schließlich im Atelier vollendet worden war, wurde zum Vermittler der Gefühle und Stimmungen der Menschen und prägte die Malerei der Epoche.
An der Veranstaltung wird die Kunsthistorikerin Frau Dogan teilnehmen, die bereits Führungen und Fortbildungen zu diesem Thema angeboten hat.
Auch der anschließende Termin steht schon fest. Es ist der 8. Juni. Dann wird das Werk des niederländischen Bildhauers Henk Visch vorgestellt.