Mit den Werken Gerhard Richters, geb. 1932 in Dresden, ist in unserer Sammlung einer der weltweit bedeutendsten und zugleich populärsten Künstler der Gegenwartskunst vertreten.
Gerhard Richter gilt als Grenzgänger zwischen abstrakter und gegenständlicher Malerei. Sein heterogenes Werk reicht von den fotorealistischen Naturdarstellungen, den unscharfen Gemälden nach Fotografien in den 1960er Jahren, Gemälden höchster Abstraktion in den 1980/90er Jahren bis hin zu Spiegelobjekten und Installationen. Sein großes und einziges Thema hinter den verschiedenen Motiven, Stilhaltungen und kunsthistorischen Zitaten ist letztlich die Malerei selbst, deren Sprache und Mittel er in den so heterogen erscheinenden Werkphasen immer wieder aufs Neue befragt. Nacheinander und stets wieder auftauchend findet sich die Veränderung seiner Arbeitsweise als zentrales Moment in seinem Gesamtwerk. Er selbst sagte dazu 1966: „Ich verfolge keine Absichten, kein System, keine Richtung. Ich habe kein Programm, keinen Stil, kein Anliegen“. Was sein Werk zusammenhält, ist Richters forschende und experimentelle Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit. Es geht um die wahrgenommene, die mit der Kamera fotografierte, die gespiegelte, menschliches Wahrnehmen überschreitende und malerisch inszenierte Realität. Diese vielschichtige Befragung der Medien moderner Kunst nach der Wirklichkeit ist es, was den eigentlichen Kern des OEvres von Gerhard Richters Werk ausmacht.
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Die Zeit vom 27.8.2009, Alles fließt in Fishtown >>