Sitemap | Impressum |

2. April bis 16. Juli 2017

KLAUS STAUDT
HORIZONTE

Eröffnung, 2. April 2017, 11 Uhr
Grußworte Kai-Uwe Bielefeld, Landrat Landkreis Cuxhaven
Einführende Worte spricht Burkhard Leismann, Kunsmuseum Ahlen

Klaus Staudt ist ein im Kunstverein Bremerhaven von 1886 gern gesehener Gast: Bereits 1980 zeigte er in einer Einzelausstellung Objekte, Doppelreliefs und Zeichnungen. Im Zusammenhang mit dieser Ausstellung konnte der Kunstverein das große Relief 1/51 von 1963 erwerben.

Als damaliger künstlerischer Leiter des studio a in Otterndorf, Staudts Geburtsstadt, stellte er 1988 in der Kunsthalle die von ihm maßgeblich begründete Sammlung im Hinblick auf ein notwendig erscheinendes Museum vor. Der Kunstverein konnte seine eigenen Werke aus fast einhundert Jahren Sammlungstätigkeit im Gegenzug in Otterndorf präsentieren. 2002 durfte der Kunstverein in Zusammenarbeit mit dem Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen und dem Museum Quadrat Bottrop die große Retrospektive zum Werk von Klaus Staudt in der Kunsthalle eröffnen. 2010 wurde im gerade entstandenen Kunstmuseum aus der Sammlung des Kunstvereins ein eigener Raum – wie alle Räume - auf Zeit mit zentralen Arbeiten von Staudt eingerichtet.

Dieser kurze Überblick verdeutlicht die freundschaftliche Verbindung Staudts mit dem Kunstverein Bremerhaven über mehr als dreißig Jahre, für die wir sehr dankbar sind und für die wir uns bei diesem herausragenden Vertreter der systematisch-konstruktiven Kunst herzlich bedanken.

Im Zentrum seines Werkes steht die geometrische Abstraktion, in der er in über 50 Schaffensjahren eine eigenständige und unverwechselbare Position einnimmt, die durch seine Kontinuität und Stringenz ebenso wie durch seine Innovationskraft beeindruckt.

Stilistisch zählt die Arbeit von Klaus Staudt zur Konkreten Kunst. Die Konkrete Kunst versteht sich als Gegensatz zur Abstrakten Kunst, da sie nicht die Realität abstrahiert, sondern Geistiges materialisiert und durch reine geometrische Konstruktion erzeugt ist. Mathematisch-physikalische Gesetzmäßigkeiten bilden deswegen das theoretische Grundkonzept, welches im Werk von Staudt durch Licht, Schatten, Raum und Bewegung erweitert wird. Durch Variation und Kombination gleichartiger Elemente, unterschiedliche Lichtsituationen und die Bewegung des Betrachters vor dem Objekt weicht er die geometrische Statik auf.

Allen Werken gemeinsam ist Staudts Umgang mit Farbe. Unverkennbar ist die Dominanz der (Nicht)Farbe Weiß. Weiß ist für Staudt ein Synonym für Licht, für das Wechselspiel von Hell und Dunkel, für das Sichtbarmachen von Licht: „Ich liebe die Farbe Weiß, sie ist offen für Licht und verändert sich mit jeder Strahlung. Weiß ist die Botschaft der Helligkeit, der Immaterialität. Weiß ist die Summe aller Farben.“

Mit der dreiteiligen Ausstellungsreihe im Leopold-Hoesch-Museum in Düren, im Kunstmuseum Bremerhaven und im Kunstmuseum Ahlen wird das Werk eines Künstlers gewürdigt, der seinen festen Platz innerhalb der Konkreten Kunst in Deutschland seit der Nachkriegszeit einnimmt. Bis heute vermag es Klaus Staudt, seiner Kunst stets neue Impulse zu entlocken, ohne den eng gesteckten Rahmen der von ihm bevorzugten ästhetischen Prinzipien zu überschreiten. Seine Kunst ist damit nicht zuletzt Vorbild und Spiegel einer Ästhetik, die heute in Architektur und Design allgegenwärtig ist. Es ist das konstruktive Moment seiner Kunst, die im Gleichen das Individuelle, im Regelhaften die Abweichung zulässt und damit einem Optimismus des menschlichen Gestaltungswillens überhaupt das Wort redet.

ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN IM KUNSTMUSEUM

immer Mittwoch, 16 Uhr

andere Termine nach Absprache