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6. März bis 10. April 2016

FRANZISKA KNEIDL
BOUNTY

Ein Tafelbild, selbst das abstrakteste, hat immer Fenstercharakter. Es ermöglicht Blicke in imaginierte Welten. Nicht so die Malerei der Frankfurter Künstlerin Franziska Kneidl. Ihre ungegenständliche Malerei ‚betritt’ förmlich den Raum, steht uns unmittelbar körperlich und lebensgroß gegenüber. Meuterei der Malerei?, möchte man in Anspielung auf den Ausstellungstitel BOUNTY fragen. Oder präziser: Meuterei des Bildträgers? Ihn wirft die Malerin in Falten, drapiert ihn, schlägt ihn über Ringe, die gleichsam an abstrakte Köpfe erinnern – freilich ohne Gesichter, ohne jede Mimik. Eine enge Charakterisierung vermeiden auch die ’Körper’, die ’Kleider’ selbst. Sie bleiben offene Wesen. Und das ist sogar auch wörtlich zu verstehen. Denn ihr transparenter Bildträger (eine spezielle Kunststofffolie) ermöglicht faszinierende Farb-Durchblicke. Trotz ihrer Volumina – in Bremerhaven ist Kneidls, mit über vier Metern Höhe, bisher größte Arbeit zu sehen – wirken die Arbeiten niemals massiv, sondern unerhört leicht. Sie schwingen sogar bisweilen, vom Lufthauch des Vorübergehens bewegt, wie Mobiles, nach. So verspricht die Ausstellung in der Kunsthalle den Besuchern ein Malerei-Erlebnis ganz besonderer Art. Eigens für diese Ausstellung wird Franziska Kneidl eine Arbeit in Anlehnung an die weibliche Galionsfigur der BOUNTY schaffen.

Franziska Kneidl (*1967) lebt und arbeitet in Frankfurt am Main, wo sie an der Städelschule Malerei studierte. Arbeiten aus der aktuellen Werkphase hat u.a. das Museum für Moderne Kunst Frankfurt erworben und bis Juni 2015 in der neuen Dependandance MMK 2 gezeigt. Die permanente Präsentation einer Malerei-Figurine in der ständigen Sammlung des Museum Angewandte Kunst Frankfurt unterstreicht den Disziplinen übergreifenden Charakter dieser außergewöhnlichen Werke.

 

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