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21. Juni bis 28. Juli 2013

JONAS LIPPS

In unserer vielschichtigen Welt bestimmen Schnelligkeit und ein allgegenwärtiger Informationsüberfluss den Takt des Menschen. Täglich ringen wir mit der enormen Herausforderung der Verarbeitung all dieser Einflüsse und der Bewahrung unseres inneren Gleichgewichtes.
Der Künstler Jonas Lipps (*1979) hat möglicherweise einen Weg für sich gefunden, mit und durch seine Kunst Gesehenes und Geschehens zu verarbeiten, sich eine Ruheinsel zu schaffen.
Auf die Superlativen, das Höher, Schneller, Weiter, Bunter, Greller, Mobiler reagiert er mit überwiegend kleinformatigen Bildern oder Objekten von mittlerem Format. Statt neuer Medien, Web X.0, marktschreierischen Materialien oder Farben bevorzugt er die traditionelle Aquarellmalerei, statt makelloser Malgründe benutzt er häufig Alltagsmaterialien wie Wurfsendungen oder Flugblätter, Zeitungen oder Buchseiten. Und an die Stelle von Statements treten in seinen Bildern uneindeutige Motive, kein bestimmtes Genre, also keine Landschaften, Stillleben oder Portraits, sondern mitunter alles auf einmal.
Bei seinem collageartigen Bildaufbau stört es ihn scheinbar auch nicht, dass die Papiere nicht immer für die Verwendung von Aquarellfarbe geeignet sind. Es scheint vielmehr so, als nimmt er dieses handwerkliche Problem bewusst in Kauf, setzt es bewusst ein.
Und so sind die Farben, die nie vollständig verdecken und nichts vollständig zeigen wie geschaffen, die Motive im Unbestimmten zu belassen und den Betrachter in den Bann seiner geheimnisvollen Bilder zu ziehen. Personen, Dinge und Zahlen sind in den wie Nebelschwaden anmutende Farbflächen durchaus erkennbar, entziehen sich jedoch einer Deutung oder einem Bezug. Darum bietet Jonas Lipps uns keine allgemeingültigen Interpretationen unserer Welt an. Seine Werke sind fragmentarisch, nicht greifbar, rätselhaft und dennoch hinterlassen sie beim Betrachter ein unterschwelliges Gefühl des Verständnisses.
Der Kunstverein präsentiert Jonas Lipps in seiner ersten institutionellen Einzelausstellung.

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